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Dezember 2019

Parkplätze statt Tiefgarage

Von Sebastian Schuch, Redakteur, erschien am 18. Dezember 2019 im Holzkirchner Merkur folgender Artikel über unseren Kunden Bergzeit – vielen Dank, dass wir den gelungenen Bericht auf unsere Website stellen dürfen.


Parkplätze statt Tiefgarage


Das Bergzeit-Basislager im Otterfinger Gewerbegebiet soll wachsen. Baurecht besteht schon lange, doch jetzt musste der Gemeinderat einen Kompromiss finden. Die ursprünglich verlangte Tiefgarage ist offenbar nicht mehr umsetzbar.

Otterfing – Die Outdoor-Branche boomt ungebrochen, der in Otterfing ansässige Versandhändler Bergzeit wächst und wächst und wächst. Deshalb will die Firma jetzt den Sitz samt Logistikzentrum im Otterfinger Gewerbegebiet um ein automatisiertes Regallager erweitern. Das Baurecht für die Halle liegt bereits seit dem Bau des Firmensitzes vor, doch um dieses auch umsetzen zu können, muss auch eine Tiefgarage gebaut werden. Diese Vereinbarung haben Gemeinde und Unternehmen vor rund vier Jahren getroffen. Doch die unterirdischen Stellplätze scheinen jetzt nicht mehr möglich zu sein. Durch die schweren Maschinen sei die Statik gefährdet, deshalb will Bergzeit die Stellplätze neben der Halle nachweisen. Das Gebäude würde im Gegenzug etwa fünf Meter schmaler und zwei Meter höher. Doch dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden.

Im Bauausschuss sei der Bergzeit-Antrag bereits ausführlich diskutiert worden, berichtete Bauamtsleiter Heinz Hirz jüngst im Gemeinderat. Dort sei man übereingekommen, dem Wunsch zu entsprechen, wenn Bergzeit zusätzlich prüft, ob eine Tiefgarage zusätzlich möglich ist – und so mehr Stellplätze als gefordert schafft. Doch mit diesem Kompromiss konnten sich nicht alle Gemeinderäte anfreunden.

Max Ruf (SPD) fand, dass Bergzeit im Gegensatz zu anderen Unternehmen bevorzugt würde. „Wir können keine Tiefgaragenplätze fordern und nach drei Jahren weglassen“, fand er. Auch mit der Gesamthöhe von 12,20 Metern konnte er sich nicht anfreunden. Sein Fraktionskollege Roberto Sottanelli bezeichnete den Vorschlag als fragwürdig. Er sei schon darauf angesprochen worden, dass die Halle zu hoch sei. Und Thomas Hogger (Gründe) war der Meinung, „dass sich etwas ändern muss, damit ich zustimmen kann“. Wenngleich er Bergzeit die Halle ermöglichen wolle.

Die Höhe, erklärte Bauamtsleiter Hirz, sollte kein Problem sein. Dass man die gut zwölf Meter etwa von der Staatsstraße aus wahrnimmt, wage er zu bezweifeln. Und auch wenn man davor stehe, „muss man danach nicht zum Augenarzt“. Georg Schlickenrieder (CSU) sprach sich ebenfalls für eine Änderung des Bebauungsplans aus: „Es ist unsere Aufgabe, etwas zu ermöglichen, wenn alle Parameter eingehalten werden.“

Ulrike Stockmeier (FW) nannte schließlich das Kind beim Namen. „Die Gemeinde hat einen klar höheren Steuergewinn, den wir nicht zur Seite schieben können und auf den wir in dieser Höhe auf keinste Weise verzichten können.“, sagt sie. Deshalb soll das Gremium nicht auf die Tiefgarage beharren. Andreas Eichhorn (SPD) forderte, dass die Fläche der Parkplätze zumindest so gestaltet wird, dass Wasser versickern kann. Mit Blick auf mögliche Ladestationen für E-Autos wollte Hubert Baldauf (Grüne) wissen, ob auf dem Flachdach der Halle schräge Solaranlagen möglich seien. Laut Hirz spreche nichts dagegen; es sei möglich, diesen Vorschlag in der Planung festzusetzen.

Gegen die Stimmen von Sottanelli, Ruf und Hogger genehmigte der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplans. Es genügen also Stellplätze statt einer Tiefgarage. Susanne Weitl (CSU) war wegen Befangenheit von Diskussion und Abstimmung ausgeschlossen.